Ratgeber · 8 min Lesezeit · Vermieter

Grundsteuer Reform 2025: Was bedeutet das fur Vermieter?

Februar 2026 · einfach verwaltet.

2025 ist ein Wendepunkt fur deutsche Vermieter: Die Grundsteuerreform tritt in Kraft. Neue Berechnungsgrundlagen, unterschiedliche Hebesatze in den Kommunen und die Frage nach der Umlage auf Mieter -- Vermieter stehen vor vielen Fragen. Dieser Artikel klart die wichtigsten Punkte.

Warum wurde die Grundsteuer reformiert?

Die alte Grundsteuer basierte auf veralteten Einheitswerten aus den 1960er Jahren (West) bzw. 1935 (Ost). Der Bundesverfassungsgericht erklarte diese Regelung 2018 fur verfassungswidrig. Seitdem musste eine Neuregelung her. Das Grundsteuerreformgesetz (GrStRefG) trat zum 1. Januar 2022 in Kraft, die neuen Bescheide werden erstmals fur 2025 versandt.

Die neue Berechnung: Was hat sich geandert?

Statt der alten Einheitswerte werden nun folgende Faktoren herangezogen:

  • Bodenrichtwert: Aktueller Landeswert pro Quadratmeter Boden
  • Wohn- oder Nutzflache: Flache des bebauten Grundstucks
  • Art der Nutzung: Wohnen, Gewerbe, Mischnutzung
  • Statistischer Mietwert: Je nach Bundesland unterschiedlich

Die neue Formel: Grundsteuer = (Grundstuckswert - Freibetrage) x Steuermesszahl x Hebesatz

Der Hebesatz: Entscheidend fur die Hohe

Der Hebesatz wird von jeder Kommune selbst festgelegt. Das fuhrt zu enormen regionalen Unterschieden. Einige Beispiele fur 2025:

StadtHebesatz 2025
Hamburgca. 985%
Berlinca. 810%
Munchenca. 735%
Kolnca. 915%
Stuttgartca. 920%
Frankfurtca. 910%
Dusseldorfca. 810%

Wichtig: Der Hebesatz kann jahrlich angepasst werden. Prufen Sie Ihren aktuellen Bescheid fur die genaue Hohe.

Was bedeutet die Reform fur Vermieter?

1. Mogliche Kostenanderungen

Je nach Standort und Grundstucksart kann die Grundsteuer steigen oder sinken. Besonders betroffen sind:

  • Eigentumer in Stadtlagen mit hohen Bodenrichtwerten
  • Gewerbeimmobilien (hohere Steuermesszahl)
  • Kleine Wohnungen in gehobenen Lagen (meist Steigerung)

2. Umlage auf die Mieter

Nach SS 2 Nr. 1 BetrKV ist die Grundsteuer auf die Mieter umlagefahig -- sofern im Mietvertrag vereinbart. Die Umlage erfolgt in der Regel nach Wohnflache.

Praxistipp: Prufen Sie Ihre Mietvertrage. Ohne ausdruckliche Vereinbarung der Umlage tragen Sie die Kosten allein. Bei neuen Vertragen sollte die Umlage ausdrucklich geregelt werden.

3. Nebenkostenabrechnung anpassen

Die neue Grundsteuer muss korrekt in die Nebenkostenabrechnung eingebaut werden. Achten Sie auf:

  • Korrekte Zuordnung der abgerechneten Monate
  • Bei Besitzwechsel: Anteilige Berechnung
  • Anpassung der Vorauszahlungen, falls sich die Belastung stark andert

Checkliste fur Vermieter

  • Prufen Sie Ihren neuen Grundsteuerbescheid auf Korrektheit
  • Vergleichen Sie alte und neue Grundsteuerbelastung
  • Passen Sie die Mieteingange fur Nebenkostenvorauszahlungen an, falls notig
  • Prufen Sie die Umlagefahigkeit in Ihren Mietvertragen
  • Informieren Sie Mieter bei deutlichen Anderungen fruhzeitig

Was ist mit dem Feststellungsverfahren?

Eigentumer mussten im Rahmen des Feststellungsverfahrens bis zum 31.01.2023ihre Grundstucksdaten beim Finanzamt melden. Wer zu spat oder falsch gemeldet hat, kann mit Nachzahlungen oder verspatungsbedingten Steueranderungen rechnen.

Bei Unsicherheiten uber die Korrektheit der Bescheide kann ein Widerspruch eingelegt werden. Beachten Sie die Einmonatsfrist nach Zugang des Bescheids.

Fazit: Umstellung meistern

Die Grundsteuerreform bringt Veranderungen fur alle Vermieter. Die Auswirkungen hangen stark vom Standort und der Grundstucksart ab. Mit einer durchdachten Umlagestrategie und korrekter Abrechnung bleiben Sie auf der sicheren Seite.

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