Ratgeber · 9 min Lesezeit

Vermieter Pflichten 2026: Die vollständige Checkliste

Februar 2026 · einfach verwaltet.

Als Vermieter tragen Sie erhebliche gesetzliche Verantwortung. Was müssen Sie tun, was dürfen Sie ablehnen, was können Sie auf den Mieter übertragen? Diese Checkliste gibt eine aktuelle Übersicht — mit Paragraphen und BGH-Urteilen.

1. Grundpflichten nach §535 BGB

Das Mietrecht verpflichtet Sie als Vermieter zur Überlassung der Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand und zur Erhaltung dieses Zustands während der Mietzeit (§535 Abs. 1 BGB).

Checkliste: Grundpflichten

Übergabe in vertragsgemäßem Zustand (§535 Abs. 1 S. 1 BGB)
Instandhaltung während der gesamten Mietzeit
Beseitigung von Mängeln auf Kosten des Vermieters
Duldung notwendiger Reparaturarbeiten durch Mieter
Informationspflicht über bekannte Mängel

2. Nebenkostenabrechnung (§556 Abs. 3 BGB)

Die Betriebskostenabrechnung muss dem Mieter spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zugehen. Bei einem Abrechnungsjahr Januar–Dezember 2025 bedeutet das: Abrechnung bis zum 31. Dezember 2026. Nach dieser Frist können Sie Nachzahlungen nicht mehr verlangen — der Mieter behält jedoch seinen Erstattungsanspruch.

Wichtig: Die Frist ist eine Ausschlussfrist, keine Verjährungsfrist. Versäumen Sie sie, verlieren Sie den Nachzahlungsanspruch unwiederbringlich — auch wenn der Mieter formlos zugestimmt hätte.

3. Heizpflicht: Oktober bis April

Von Oktober bis April müssen Sie sicherstellen, dass die Wohnung auf mindestens 20–22°C heizbar ist (abhängig von Tages- und Nachtzeiten). Diese Pflicht ergibt sich aus der Betriebskostenverordnung (§4 BetrKV) und der Rechtsprechung.

  • Mindesttemperatur tagsüber: 20–22°C (je nach Rechtsprechung der Bundesländer)
  • Nachts (23:00–6:00 Uhr): mindestens 18°C
  • Heizungsausfall: Mängelbeseitigung unverzüglich, Mietminderung ab dem ersten Tag möglich
  • Heizkostenabrechnung nach §21 HeizkV — nicht auf Mieter übertragbar

4. Rauchmelderpflicht

In allen 16 Bundesländern gilt die Rauchmelderpflicht. Als Vermieter sind Sie verpflichtet, funktionstüchtige Rauchmelder in allen Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren zu installieren. In den meisten Bundesländern obliegt die Wartung dem Vermieter, kann aber per Mietvertrag auf den Mieter übertragen werden.

Rauchmelder: Pflichtbereiche

Schlafzimmer (alle)
Kinderzimmer
Flure, die Rettungswege darstellen
Wohnzimmer (Hamburg, Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt)

5. Schönheitsreparaturen: Was gilt nach BGH?

Der BGH hat in mehreren Grundsatzurteilen (zuletzt BGH VIII ZR 185/14) klargestellt: Schönheitsreparaturen können nur bei renoviert übergebener Wohnung wirksam auf den Mieter übertragen werden. Unrenoviert übernommene Wohnungen bedeuten: Sie als Vermieter bleiben verantwortlich.

  • Starre Fristen (z.B. „alle 3 Jahre streichen") sind unwirksam
  • Quotenabgeltungsklauseln ohne Wahlrecht sind unwirksam
  • Endrenovierungsklauseln bei unrenoviert übergebener Wohnung: unwirksam
  • Wirksam: flexible Fristenpläne bei renoviert übergebener Wohnung

6. Verkehrssicherungspflicht

Als Eigentümer und Vermieter haften Sie für Schäden, die durch mangelhafte Verkehrssicherung entstehen — Treppenhaus, Gehweg, Kellerbeleuchtung, Außenanlagen. Diese Pflicht können Sie vertraglich auf einen Hausmeister oder die Hausverwaltung übertragen, die Letztverantwortung bleibt jedoch beim Eigentümer.

7. DSGVO-Pflichten für Vermieter

Seit 2018 gelten die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) auch für private Vermieter. Konkret bedeutet das:

  • Mieterbewerberdaten dürfen nur so lange gespeichert werden, wie sie für die Entscheidung benötigt werden
  • Schufa- und SCHUFA-Bonitätsauskünfte dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung eingeholt werden
  • Mieterdaten dürfen nicht ohne Einwilligung an Dritte weitergegeben werden
  • Mieter haben Auskunfts- und Löschungsrechte (Art. 15–17 DSGVO)

8. Energieausweis-Pflichten (§16a GEG 2024)

Seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024 sind Vermieter verpflichtet, bei Neu- oder Wiedervermietung einen gültigen Energieausweis vorzulegen. In Inseraten muss die Energieeffizienzklasse angegeben werden. Verstöße können mit bis zu €15.000 Bußgeld geahndet werden.

Zusammenfassung: Was können Vermieter delegieren?

✓ Übertragbar auf Mieter

  • Schönheitsreparaturen (bei renovierter Übergabe)
  • Kleinreparaturen bis €150–200
  • Gartenpflege (vertraglich)
  • Rauchwartung (in einigen Bundesländern)
  • Treppenhausreinigung

✗ Nicht übertragbar

  • Instandhaltung Bausubstanz
  • Heizkostenabrechnung (§21 HeizkV)
  • Verkehrssicherungspflicht (Haftung)
  • DSGVO-Verantwortung
  • Nebenkostenabrechnung (§556 BGB)

Häufige Fragen zu Vermieter Pflichten

Was sind die wichtigsten Pflichten eines Vermieters?

Die wichtigsten Pflichten sind: Übergabe in vertragsgemäßem Zustand (§535 BGB), Instandhaltungspflicht, jährliche Nebenkostenabrechnung bis 31. Dezember (§556 Abs. 3 BGB), Sicherstellung der Heizversorgung von Oktober bis April sowie funktionstüchtige Rauchmelder.

Wann verjähren Vermieter Pflichten?

Die reguläre Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre (§195 BGB). Bei arglistig verschwiegenen Mängeln gilt die 10-Jahres-Frist. Die Nebenkostenfrist ist eine Ausschlussfrist — nach 12 Monaten können Nachzahlungen nicht mehr verlangt werden.

Welche Pflichten können auf den Mieter übertragen werden?

Zulässig übertragbar sind: Schönheitsreparaturen (nur bei renovierter Übergabe, BGH), Kleinreparaturen bis max. €150–200 pro Reparatur und Gartenpflege. Nicht übertragbar sind die Instandhaltungspflicht und die Heizkostenabrechnung.

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