Ratgeber · 8 min Lesezeit · Vermieter

Heizung im Mietrecht: Was Vermieter leisten mussen (SS 535 BGB)

Februar 2026 · einfach verwaltet.

Die Heizung gehort zu den wichtigsten Mangeln, die bei Mietwohnungen auftreten konnen. Fur Vermieter ist es wichtig zu wissen: Welche Pflichten hat ein Vermieter bezuglich der Heizung? Was muss er garantieren, und was passiert bei Verstossen? Dieser Artikel gibt einen umfassenden Uberblick uber die Heizungspflichten nach SS 535 BGB und der Heizkostenverordnung.

Die gesetzliche Grundlage: SS 535 BGB

Nach SS 535 Abs. 1 BGB muss der Vermieter die Mietsache wahrend der Mietzeit in einem vertragsgemassen Zustand erhalten. Das umfasst auch die Heizungsanlage und die Sorge fur angemessene Raumtemperaturen. Der Gesetzgeber hat hieruber in der Heizkostenverordnung (HeizkostenV) konkrete Vorgaben gemacht.

Nach SS 2 Abs. 1 der Heizkostenverordnung muss der Vermieter dafur sorgen, dass die Wohnraume angemessen beheizt werden konnen. Was angemessen bedeutet, ist weitgehend geklart durch Richtwerte, die vor allem bei Mietminderungsfallen gerne herangezogen werden.

Mindesttemperaturen: Was garantiert der Vermieter?

Obwohl keine exakte Temperaturvorschrift im Gesetz steht, hat sich durch Rechtsprechung ein Richtwert etabliert, der fur Vermieter bindend ist:

  • Tagsuber (6:00 bis 22:00 Uhr): Mindestens 20-22 Grad Celsius
  • Nachts (22:00 bis 6:00 Uhr): Mindestens 18 Grad Celsius
  • Bader: Mindestens 20 Grad Celsius (da vermehrte Kalte nicht zumutbar)

Wichtig: Diese Werte sind Mindestanforderungen. Der konkrete Anspruch kann je nach Vertrag oder Wohnlage hoher sein. Bei besonders kalten Wintertagen wird erwartet, dass das Heizsystem diese Temperaturen auch unter extremen Bedingungen halten kann.

Die Heizperiode: Wann muss geheizt werden?

Die gesetzliche Heizperiode dauert vom 1. Oktober bis zum 30. April. Das bedeutet nicht, dass taglich geheizt werden muss, sondern dass das Heizsystem in dieser Zeit betriebsbereit sein und bei Bedarf aktiviert werden muss.

Bei ungewohnlich warmer Witterung kann die Heizperiode kurzer ausfallen. Umgekehrt kann bei fruh einsetzendem Frost die Heizung auch vor dem 1. Oktober laufen. Entscheidend ist, dass die Mindesttemperaturen eingehalten werden.

Wartung und Instandhaltung: Pflichten des Vermieters

Der Vermieter ist fur die Funktionsfahigkeit und Sicherheit der Heizungsanlage verantwortlich. Das umfasst folgende Pflichten:

Regelmassige Wartung

  • Jahrliche Wartung der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb
  • Bei Brennwertkesseln: Regelmassige TUV-Abnahme
  • Prufung der Sicherheitseinrichtungen
  • Dokumentation aller Wartungsarbeiten

Instandsetzung bei Schaden

Treten Mangel an der Heizung auf, muss der Vermieter umgehend handeln. Das gilt fur:

  • Heizungsausfall oder -storungen
  • Undichtheiten in der Anlage
  • Defekte Thermostate oder Heizkorper
  • Pumpenausfall oder Zirkulationsprobleme

Was passiert bei Verstossen gegen die Heizpflicht?

Erfullt der Vermieter seine Heizungspflichten nicht, hat der Mieter verschiedene Rechte:

Mietminderung

Bei unzureichender Heizung kann der Mieter nach SS 536 BGB eine Mietminderung geltend machen. Die Hohe der Minderung richtet sich nach der Schwere des Mangels:

  • Leichte Untertemperatur (unter 2 Grad): 10-15 Prozent
  • Deutliche Untertemperatur (2-4 Grad): 20-30 Prozent
  • Starke Untertemperatur (uber 4 Grad): 30-50 Prozent
  • Totalausfall: Bis zu 100 Prozent bei sehr kalter Aussentemperatur

Schadensersatz

Bei Gesundheitsbeeintrachtigungen durch kalte Wohnungen oder beschadigten Inventar durch Kalte/Feuchtigkeit kann der Mieter Schadensersatz nach SS 538 BGB verlangen. Krankheitskosten, Arztbesuche oder Schaden an Mobeln konnen ersetzt werden.

Ordentliche Kundigung

Bei wiederholtem oder anhaltendem Verstoss gegen die Heizungspflicht kann der Mieter unter Umstanden das Mietverhaltnis aus wichtigem Grund kundigen, ohne die ordentliche Kundigungsfrist einzuhalten.

Checkliste: Heizungspflichten fur Vermieter

  • Heizsystem vor Beginn der Heizperiode prufen lassen
  • Wartungsvertrag mit Fachfirma abschliessen
  • Mindesttemperaturen tagsuber (20-22C) und nachts (18C) garantieren
  • Bei Storungen schnellstmoglich reagieren (idealerweise innerhalb 24-48 Stunden)
  • Bei Totalausfall beheizte Ersatzraumlichkeiten anbieten oder Hotelkosten ubernehmen
  • Alle Wartungen und Reparaturen dokumentieren

Fazit: Proaktives Handeln verhindert Probleme

Die Heizungspflichten des Vermieters sind klar geregelt und verbindlich. Mindesttemperaturen, regelmassige Wartung und zugige Instandsetzung bei Schaden sind Pflicht. Mit einer proaktiven Wartungsstrategie konnen Vermieter teure Mietminderungen und rechtliche Konflikte vermeiden.

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